Camping in den USA & Kanada

Eines der Themen die uns vor Abreise beschäftigt hat ist, wo findet man einen Schlafplatz. Wenn man länger unterwegs ist
kann und will man es sich auf Dauer auch nicht leisten immer auf einen Campingplatz zu gehen. Ein Campground je nach dem
ob man auf einen Staatlichen geht (National Forest oder State Park) oder einen Privaten (zB. KOA) geht kostet zwischen 10 und
40 USD. Das Angebot ist unterschiedlich viele Staatliche Plätze haben keine Duschen oder W-Lan die großen Privaten hingegen
haben saubere Duschen und oft schnelles W-Lan auf dem ganzen Camp Areal. Wir persönlich finden einen Campingplatz allerdings  nicht so toll weil man hier immer zwischen monströsen Campern und Trailern eingequetscht steht die größere Fernseher eingebaut haben wie wir dies Zuhause haben. Ebenso ist es eine Umgebung mit wenig Privatsphäre, es gleicht eher einer Wohnwagen Siedlung oder einen All Inklusive Hotel und das alles ist ja schließlich nicht das was wir wollen sonst würden wir ja nicht mit einem selbst ausgebauten „Expeditionsmobil“ durch die Gegend  fahren 😉 Zugegeben National Forest und State Forest Camping Plätze sind nicht so extrem schlimm und oft auch gut bewachsen so, dass jeder Platz doch noch eine gewisse Privatsphäre hat. Wie auch immer wir versuchen immer einen gratis Schlafplatz zu finden an dem man sich auch noch wohl führen kann und oft sogar ein paar Tage bleiben kann um sich vom stressigen Reisen zu erholen. Es gibt hier einige Möglichkeiten wie man so einen Platz finden kann.
1) iOverland App von Reisenden für Reisende, diese App gibt es für Android und iOS Geräte kostenlos im Google oder Apple Store zum download. Der grosse Vorteil ist, dass die App auch Offline verfügbar ist, anhand der GPS Koordinaten wo man sich gerade befindet zeigt die App Schlafplätze in der Umgebung an welche man dann mit einer Navigations App öffnen kann (zB. Maps me) öffnen kann und direkt dort hin navigieren kann. Wenn man sich registriert kann man Schlafplätze auch bewerten oder evtl. falsch oder überholte Beschreibungen kommentieren oder korrigieren.
Wenn man selber einen Platz gefunden hat so kann (oder besser man sollte) diesen dann auch bei iOverland erfassen so, dass
andere Reisende auch davon profitieren können. Das ganze funktioniert nur dann wenn viele Reisende mitmachen da das Angebot dann immer größer wird!
App für Android und iOS Geräte:
2) Die Website Free Campesites zeigt an wo es einen Campground gibt und ob er was kostet. Wir haben diese Option persönlich noch nicht so häufig genutzt da wir immer lieber auf iOverlander zurück greifen zumal es sich hier ja um eine Website handelt und wenn man kein Internet hat kann man sie eben auch nicht öffnen! Trotzdem ist es eine gute Option Camp Spots zu finden.
3) Falls es mal wieder später wird und man keine Zeit zum suchen eines Schlafplatzes hat oder schlichtweg einfach zu müde ist bleibt immer noch die letzte Option "Supermarkt Parkplatz“. Auf den meisten Walmart`s ist es erlaubt dort über Nacht zu stehen, jedoch sollte man vorsichtig sein es gibt ein paar Ausnahmen wie zB. der Walmart in Anchorage, wenn man dort über Nacht steht kann es sein, dass man am Morgen auf dem Parkplatz des Abschleppdienstes aufwacht 😉 Wie gesagt das ist aber eher die Ausnahme. In der Regel ich würde sagen bei 99% der Walmart`s ist "Overnight parking“ erlaubt. Ebenso haben wir schon auf vielen Safeway Parkplätzen Camper stehen sehen und auch der Parkplatz des Outdoor Fachgeschäftes Cabelas ist eine Option.
4) Truckstop oder Travelcenter, was soll ich sagen …. das ist definitiv die allerletzte Option denn hier tut man wenn man einen leichten Schlaf hat definitiv kein Auge zu! Die Trucks lassen die ganze Nacht ihre Motoren laufen (im Winter zum heizen, im Sommer zum kühlen) und wenn man da mitten drin steht ist das eine relativ laute Angelegenheit. Falls es doch mal nicht anders geht so sollte man sich wenigsten einen Platz suchen der nicht in mitten der großen Trucks ist! Vorteil ist, dass Travelcenter in der Regel Duschen und eine Laundry haben die man ganz gut nutzen kann. Achtung bei den Duschen die verlangen oft 10 USD pro Person, wenn man aber zu zweit rein geht dann stört es auch keinen.
5) KOA (Kampgrounds of Amerika) Das ist die Luxus Camping Variante wenn man sich nicht daran stört, dass man zwischen den ganz Grossen wie in einer Reihenhaus Siedlung steht. Schön ist sicher, dass man Free Wifi, unlimited Showers oft sogar einen Spa und eine Laundry hat. Strom und Wasser auf jeden Platz gibt es sowieso für die unter euch die das brauchen.
6) Die State Park Campgrounds sind staatliche Plätze die preislich ganz ok sind (15-25 USD) meistens hat man dort auch Duschen zur freien Benutzung. In der Regel gibt es in den meisten State Parks dies Campgrounds. In einem State Park darf man auf diesen Campgrounds übernachten, freies stehen ist verboten auch wenn uns ein Ranger schon mal gesagt hat: Wenn ich euch von der Strasse aus nicht sehe ist es ok (ich würde diese Aussage allerdings nicht als allgemein Gültig zählen ;-)
7) Die National Forest Campgrounds oder auch freies stehen. Im National Forest gibt es häufig beide Varianten des campings. Wenn es einen Campground gibt dann ist dieser meisten mit eine sogenannten Selfregistration dH. man füllt ein Kuvert aus mit Name, KFZ Kennzeichen etc. und steckt das Geld was es kostet in das Kuvert und wirft es in den Postkasten ein. Diese Campgrounds haben aber in der Regel keine Duschen und auch nur Pittoilets welche aber in den USA meistens sehr sauber sind. In einem National Forest ist es aber auch erlaubt frei zu stehen wenn man das richtige Fahrzeug hat um an die freien Plätze zu kommen.
8) Das BLM Land (Bureau of Land Management) Hierbei handelt es sich um Land das per Definition jedem Amerikaner gehört und das zur freien Verfügung für jeden ist dH. hier darf man auch campen. Es kann sein, dass man ein Permit benötigt um das Land zu benutzen welches man im Visitior Center oder im BLM Office in der entsprechenden Region bekommt, wir haben dies nur 1x in Page benötigt sonst ging es ohne. Da es ist nicht immer leicht ersichtlich was BLM Land ist kann man sich im Visitiorcenter erkundigen und bekommt meisten Auskunft.
9) Sozial Media Kontakte via Instagram und Facebook oder einfach auf einem Parkplatz stehen sehen. Wir sind schon viele male eingeladen worden Privat im Backyard oder auf dem Feriengrundstück zu übernachten durften dort die Duschen nutzen oder sogar im Gästezimmer schlafen und sind nicht weniger oft zum Essen oder auf Drinks eingeladen worden und das ganz häufig weil uns Leute auf Facebook oder Instagram folgen und uns bei unserer Reise unterstützten wollen. Oder was uns auch echt häufig passiert ist, dass uns Leute auf einem Parkplatz wegen unseres Autos anreden und dann kurzer Hand einladen mitzukommen oder wenn sie an einem anderen Ort wohnen sagen kommt vorbei wenn ihr in der Gegend seid. Ich denke dies ist in Kanada und den USA den offenen Menschen geschuldet die einfach auf einen zukommen und ein Gespräch anfangen. Die Gastfreundschaft ist wirklich überwältigend, ich meine wenn zB. jemand den du noch nie gesehen hast oder mit gesprochen hast sagt du kannst in unserer Cabin übernachten den Schlüssel findest du am dritten Baum neben dem Tor auf etwa 2 Meter höhe … und fühl dich wie daheim dann ist das schon eine Erfahrung die man so speziell in den DACH Ländern vermutlich nie machen wird!
10) Wenn es mal diesen Tag geben sollte an dem nichts klappt, alle Campingplätze ausgebucht, der iOverlander gibt nix her und ein Supermarkt kommt auch nicht so ein Tipp aus Erfahrung: FRAG EINFACH JEMANDEN ein nein du kannst hier nicht Übernachten wird es denke ich nur in den aller seltensten Fällen geben! Ein Parkplatz auf einem Diner ein Wald der jemanden gehört oder was auch immer, Fragen kostet nix und die Amerikaner und Kanadier sind da sehr viel offener als wir das von zuhause gewohnt sind.

Wir haben noch einen interessanten Artikel gefunden in dem beschrieben wird was man alles zu einem Backcountry Camping Trip mitbringen sollte.